Schritt für Schritt junge Spieler besser machen

Andi Kubik, Sportlicher Leiter Jugendbereich TSV 1860 Rosenheim spricht über seine Arbeit mit den Nachwuchskickern an der Jahnstraße.

Der TSV 1860 Rosenheim versteht sich als erfolgreicher Ausbildungsverein. Beim Blick auf die Liste der Fußballer, die es in die Bundesliga oder in die Nationalmannschaft geschafft haben wird klar, vollkommen zurecht. Bastian und Tobias Schweinsteiger, Florian Heller, Maximilian Nicu, Thomas Broich, Julian Weigl oder Andreas Voglsammer sind die in Fußballdeutschland bekanntesten Namen, die im Rosenheimer Nachwuchs spielten.

Seit fast vier Jahren ist Andi Kubik als Sportlicher Leiter verantwortlich für den Jugendbereich des TSV 1860 Rosenheim – von der U10 bis zur U17. Zusammen mit seinem Team arbeitet er täglich daran, neue Rosenheimer Talente zu formen.

Wie ist die Lage im Nachwuchsbereich der Sechziger?

Sensationell. Alle Mannschaften haben eine außerordentlich erfolgreiche Saison gespielt. Die U17 ist in die Bayernliga aufgestiegen, die U16 hat als einziger junger Jahrgang souverän die Klasse in der U17-Bezirksoberliga gehalten. Die U15 spielt Bayernliga und die U14 wurde Meister in der Kreisliga. Die U13 ist ebenfalls Meister geworden, vor Bayern und Haching. Vier Spieler aus der Truppe haben sogar den Sprung in die Nachwuchsleistungszentren größerer Clubs geschafft. Oliver Arnits und Emre Erdogan gehen zum TSV 1860 München, Andreas Schweinsteiger und Matthias Pichler zu unserem Partnerclub SpVgg Unterhaching. Das ist, wofür wir alle zusammen arbeiten. Wir begleiten die Jungs bei ihrer fußballerischen Entwicklung und freuen uns, wenn sie den nächsten Schritt machen. Auch die U11 und die U10 haben sich jeweils die Meisterschaft in ihren Klassen gesichert.

Glückwunsch. Das hört sich ja fast so an, als wäre Rosenheim bereits wieder auf dem besten Weg zur Nachwuchs-Kaderschmiede.

Uns geht es nicht um kurzfristigen Erfolg, um Aufstiege oder um den Klassenerhalt um jeden Preis. Uns geht es darum, die Jungs bestmöglich auszubilden. Sie sollen das „R“ mit Stolz auf der Brust tragen, am liebsten natürlich in unserer Regionalliga-Herrenmannschaft.

Wie ist die Ausbildung beim TSV 1860 Rosenheim organisiert?

Wir setzen auf ein dreistufiges Ausbildungsmodell. Das beginnt mit dem Kids Club, bei dem wir den Jungs spielerisch Grundlagen in Technik, Spiel und Athletik vermitteln. Den Übergang zum Leistungssport bereiten wir in unserem Fördercampus für die Alterklasse U10 und U11 vor. Hier stehen Spielfreude und Kreativität im Vordergrund. Ab der U12 starten unsere Spieler dann in den Leistungssport und können sich bei uns – wie oben bereits erwähnt – in den höchsten bayerischen Ligen mit großen Teams messen.

Für unsere Nachwuchsmannschaften haben wir insgesamt 17 hochqualifizierte Trainer, die für jeden Jahrgang ein alters- und entwicklungsgerechtes Trainingskonzept umsetzen, das sich an den Leitlinien des BFV und DFB orientiert. Bei der Beurteilung der Spieler arbeiten wir mit Videoanalyse und einem digitalen Programm, das alle wichtigen Daten zu den Spielern erfasst: Trainingsleistung, Fitnesszustand, aber z.B. auch die schulischen Leistungen.

Von der Kooperation mit der SpVgg Unterhachingprofitieren unsere Jugendspieler ganz besonders. Bei speziellen Trainingseinheiten oder Feriencamps stehen professionelle Ausbildungsinhalte und die individuelle Förderung unserer Jungs im Vordergrund.

Bei der Leistungsdiagnostik und der Trainingssteuerung arbeiten wir ab der U14 mit dem Trainings- und Therapiezentrum Friedl zusammen. Mit dem Programm COROX ergänzen wir das Training um eine Athletikschule und Verletzungsprävention. Tatsächlich haben wir im Jugendbereich nur äußerst selten muskuläre Verletzungen.

Was sind weitere Erfolgsfaktoren der „Rosenheimer Schule“?

Wir legen extrem Wert auf Teamgeist, Zusammenhalt, respektvollen Umgang und tadelloses Verhalten, auch abseits des Platzes. Das sind die Kernpunkte unseres Verhaltenskodex‘, den die Spieler akzeptieren und leben müssen. Es geht nur zusammen. Das gilt für die Spieler, aber auch für die Trainer. Die müssen den Erfolg ihrer eigenen Mannschaft auch hintanstellen, wenn wir z.B. U16-Spieler mal einen Jahrgang höher bei der U17 testen wollen. Diesen Gemeinschaftsgeist wollen wir auch im Spiel sehen. Wir wollen keinen Angsthasenfußball, kein Hoch und Weit. Meine Mannschaften sollen mutig und offensiv spielen und den Gegner stressen. Und genau das impfen unsere Trainer ihren Jungs seit Jahren ein. Von daher auch an dieser Stelle ein großes Lob und tausend Dank an mein 17-köpfiges Trainerteam!  

Wie soll es mit dem Rosenheimer Nachwuchs weitergehen?

Bei uns geht es Schritt für Schritt weiter. Wir wollen unsere Spieler sukzessive besser machen und die erreichten Erfolge und Ligen bestätigen.

Übrigens habe ich noch einen Terminhinweis für die Jahrgänge 2010, 2011 und 2012. Am 30. August findet der Sichtungstag unseres Fördercampus statt. In diesem Rahmen bieten wir einmal wöchentlich ein Fördertraining mit hochqualifizierten Trainern zusätzlich zum Vereinstraining. Los geht’s am 30. August um 10 Uhr im alten Stadion in Westerndorf St. Peter. Anmeldungen sind erforderlich per Mail unter foerdercampus@1860rosenheim.de.

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