Klubs gegen Saisonabbruch in der Regionalliga Bayern

3 Jun

Die Mehrheit der Klubs aus der Regionalliga Bayern hat sich gegen einen Abbruch der aktuell wegen der Covid-19-Pandemie ausgesetzten Saison 2019/2020 ausgesprochen. In einer vom Bayerischen Fußball-Verband (BFV) in Übereinstimmung mit den Liga-Sprechern initiierten Abstimmung votierten in einer Videokonferenz am Mittwochabend vier Klubs für einen Abbruch, fünf Regionalligisten enthielten sich der Stimme, neun Vereine sprachen sich für eine Fortsetzung aus.

„Bei allen kontroversen Diskussionen der vergangenen Tage und Wochen haben die Regionalligisten jetzt nach einer sehr sachlichen und konstruktiven Aufarbeitung eine Entscheidung getroffen. Die Regionalliga Bayern demonstriert damit Geschlossenheit, weil auch diejenigen Klubvertreter, die für einen Abbruch gestimmt haben, das Ergebnis in dieser Form mittragen und akzeptieren“, betonen die beiden Liga-Sprecher Robin Helmschrott (FC Augsburg II) und Markus Clemens (SV Schalding-Heining).

Für einen Abbruch hatten die SpVgg Bayreuth, der SV Viktoria Aschaffenburg, der SV Wacker Burghausen und der FV Illertissen gestimmt. Es enthielten sich Türkgücü München, der 1. FC Schweinfurt 05, die SpVgg Greuther Fürth II, der FC Augsburg II und der SV Schalding-Heining. Gegen einen Abbruch der Saison und damit für die Fortsetzung der Spielzeit votierten der 1. FC Nürnberg II, der VfB Eichstätt, der TSV Buchbach, der TSV Aubstadt, der TSV Rain/Lech, der SV Heimstetten, der TSV 1860 Rosenheim, der FC Memmingen und der VfR Garching.

Das Ergebnis ist Grundlage für die Entscheidung des Vorstandes des Bayerischen Fußball-Verbandes, der am Donnerstag, 4. Juni 2020, tagt.

60er Fußballer spenden für RoMed Klinikum

29 Mai

Einnahmen aus dem Download der Vereinshymne gehen an das in der Corona-Zeit stark belastete Klinikum

Der TSV 1860 Rosenheim hat seine traditionelle und legendäre Vereinshymne neu aufgenommen, um sie eigentlich in der Rückrunde seinen Zuschauern und Fans zu präsentieren. Aufgrund der derzeitigen Situation wird das aber leider nicht möglich sein, weshalb dem Verein zusammen mit seinem Partner druck24-bayern.de die Idee kam, das Lied als Download zur Verfügung zu stellen.

Die Hymne wurde fleißig heruntergeladen und so kam eine stolze Summe von 1.000 € zusammen. Der Wunsch des Vereins war es, das Geld dem RoMed Klinikum Rosenheim zugutekommen zu lassen.

Bei der Übergabe des Schecks fügten die Verantwortlichen noch hinzu: „Wenn wir diese schwierige Zeit überstanden haben, möchten wir auch gerne alle Mitarbeiter ins Stadion einladen und mit ihnen ein großes Fußballfest feiern“

Das 60er Lied steht weiterhin auf der Homepage des TSV 1860 Rosenheim unter www.1860rosenheim.de zum Download zur Verfügung.

Geschäftsführer Helmut Fleidl von druck24-bayern.de (links) und Franz Höhensteiger (Abteilungsleiter Fußball TSV 1860 Rosenheim (rechts) überreichen Herrn Hans Daxlberger, Prokurist Verwaltung RoMed, den Scheck über 1.000 Euro

Einzigartige Aktion beim TSV 1860 Rosenheim: Spieler spenden an Club aus Dankbarkeit für Vertragserfüllung in Corona-Zeiten

14 Mai

Es gibt sie noch, die guten Nachrichten. Mitten in der Corona-Krise, mitten in den Diskussionen um Geisterspiele, Saisonabbrüche und drohende Insolvenzen sendet die Rosenheimer Fußballfamilie von der Jahnstraße ein ganz besonderes Zeichen. Die Verantwortlichen haben sich intensiv ausgetauscht, mit den größten Partnern und Unterstützern gesprochen und können es jetzt ermöglichen ihrer Mannschaft trotz eingestelltem Spiel- und Trainingsbetrieb weiterhin 100 Prozent der Gehälter zu bezahlen. Das bedeutet: keine Gehaltseinbußen für die Kasparetti-Elf bis zum eigentlichen Saisonende am 30. Juni 2020.

„Verträge sind Verträge, gerade auch in unsicheren Zeiten. Wir wollten zu unserem Wort stehen“, macht der Fußball-Abteilungsleiter Franz Höhensteiger die Position des Vereins klar. Möglich wird dieses Bekenntnis zur Mannschaft durch die ungebrochene Treue der Partner und Sponsoren der Rosenheimer 60er. „An der Jahnstraße kann man sich aufeinander verlassen. Gerade in Krisen-Zeiten ist es überlebenswichtig, starke und verlässliche Partner an seiner Seite zu wissen“, dankt Finanzvorstand Sandro Sacco den Unterstützern der Mannschaft und des Vereins.

„Dem gesamten Team ist sehr wohl bewusst, dass die hundertprozentige Fortzahlung unserer Gehälter trotz eingestelltem Spiel- und Trainingsbetrieb nicht selbstverständlich, sondern in der Regionalliga Bayern wahrscheinlich einzigartig ist“, kommentiert Kapitän Christoph Wallner die Entscheidung des Vereins.

Schnell herrschte in der jungen Truppe Einigkeit, dass man es nicht ausschließlich bei warmen Dankesworten belassen wollte. Die Mannschaft wollte etwas zurückgeben. Die Spieler gingen voran und sammelten Spenden innerhalb der Mannschaft und bei allen Jugendtrainern und Angestellten des Vereins für die gute Sache. Am Ende kam eine stolze vierstellige Summe zusammen, die Kapitän Christoph Wallner, Defensivmann Moritz Moser und Torjäger Danijel Majdancevic diese Woche an den Verein übergeben konnten. „Es war der Mannschaft wichtig zu zeigen, dass es nicht nur um uns Spieler geht. Es geht um den Verein, die Fußball-Abteilung, um das Team hinter dem Team. Nur wenn wir alle zusammenhalten, werden wir diese schwierige Zeit überstehen, die wohl leider noch lange nicht beendet ist. Dafür wollten wir einen Beitrag leisten“, so Majdancevic.

Als sportlicher Leiter des TSV 1860 hat Hansjörg Kroneck schon viel erlebt, eine solche Aktion allerdings nicht. Er weiß um die Situationen in vielen anderen Vereinen der Regionalliga Bayern, umso stolzer macht es ihn, dass sein Verein seine angestellten Spieler weiterbezahlen kann. „Noch stolzer bin ich nur noch auf meine Jungs, die mit ihrer Idee und ihrer Aktion nicht nur bewiesen haben, dass sie ganz feine Charaktere sind, sondern dass Rosenheim mehr als nur ein Club ist“, so Kroneck abschließend.


Die 60er Spieler Moritz Moser, Christoph Wallner und Danijel Majdancevic mit dem Abteilungsleiter Finanzen Sandro Sacco

Ein Lied für Rosenheim – 60er Vereinslied jetzt zum Download als Klingelton – Einnahmen zur Unterstützung des RoMed Klinikums in der Corona-Krise

19 Apr

Es gibt legendäre Vereinshymnen in der Fußballwelt. Die sicherlich bekannteste ist die des FC Liverpool. „You’ll Never Walk Alone“ singen die Fans vor jedem Heimspiel aus voller Kehle.

Auch der TSV 1860 Rosenheim hat eine traditionelle, legendäre Vereinshymne, die zu besonderen Vereinsanlässen immer wieder angestimmt wird. Jetzt haben die Verantwortlichen dieses Lied neu produzieren und aufnehmen lassen. In der Rückrunde wollte der Verein das Lied seinen Zuschauern und Fans im Stadion präsentieren. Doch die derzeitige Situation hat das verhindert.

Jetzt bieten die 60er gemeinsam mit ihrem Partner druck24-bayern.de die Möglichkeit, sich den Song als Klingelton runterzuladen und dabei auch noch Gutes zu tun. „Wir stehen in dieser Zeit weiterhin hinter dem Verein und können mit unseren Voraussetzungen auf unserer Plattform druck24-bayern.de hier dieses Angebot machen,“ so Helmut Fleidl von druck24-bayern.de.

„Wir haben einen tollen neuen Vereinssong, der für alle 60er und alle Rosenheimer wirklich was Besonderes ist. Wir wollen ihn auf unserer Seite 1860rosenheim.de und auf druck24-bayern.de zum Download als Klingelton zur Verfügung stellen. Die Einnahmen aus den Downloads sollen dem Rosenheimer RoMed Klinikum zu Gute kommen, das in dieser Zeit eine großartige Arbeit leistet. Wenn wir diese schwierige Zeit überstanden haben möchten wir auch gerne alle Mitarbeiter ins Stadion einladen und mit ihnen ein großes Fußballfest feiern,“ so der stellvertretende Abteilungsleiter Nicolas Foltin.

Also, Song downloaden, Musik genießen und Gutes tun! Sei dabei!

Wie geht es mit der Saison weiter? Regionalligisten aus der Region beziehen Stellung

9 Apr

Wir haben bei Beinschuss.de auf Anfrage eine Stellungnahme zur aktuellen Situation abgegeben, gemeinsam mit den beiden Vereinen unserer Region, dem TSV Buchbach und Wacker Burghausen.

Region Südostbayern – Der Spielbetrieb ruht bis auf Weiteres im bayerischen Amateurfußball. Die drei Regionalligisten aus der Region äußern sich zur aktuellen Debatte. Außerdem beziehen sie Stellung zu möglichen Geisterspielen.

Wie geht es weiter mit der Saison im Amateurfußball? Der Deutsche Fußballbund und der Bayerische Fußball-Verband haben mit einer Änderung der Spielordnung den Weg geebnet, dass die Spielzeit über den 30. Juni hinaus verlängert wird. BFV-Präsident Rainer Koch plädiert aktuell dazu, die Saison zu Ende zu spielen. Beinschuss.de hat bei den drei Regionalligisten aus der Region, dem TSV 1860 Rosenheim, TSV Buchbach und SV Wacker Burghausen, nachgefragt, wie sie zur aktuellen Diskussion stehen und ob Geisterspiele aus ihrer Sicht denkbar wären.

„Bei einer Abbruch-Variante gibt’s demnach die größten rechtlichen Hürden“

„Im Kreise der Regionalligisten werden mit der Verbandsspitze aktuell sehr intensiv alle möglichen Szenarien diskutiert, eine Weiterführung der Saison zu einem späteren Zeitpunkt ist ein realistisches Szenario, das allen Beteiligten maximale zeitliche Flexibilität bescheren und rechtlich auf sauberen Füßen stehen würde“, sagt Buchbachs Sportlicher Leiter Georg Hanslmaier. Durch die Änderung in der Spielordnung habe der Verband weitere Optionen geschaffen.

Zwar plädiert Koch dafür, die Saison zu Ende zu spielen, doch ein Abbruch ist noch nicht endgültig vom Tisch. „Für uns wäre das auch ein überlegenswerter und gangbarer Weg, aber für diese Annahme ist es aktuell deutlich zu früh und würde rechtliche Fragen in vielerlei Hinsicht aufwerfen“, sagt SV Wacker Burghausens Geschäftsführer Andreas Huber. Die Regionalligisten hoffen, dass es nach Ostern staatliche Regelungen und Anordnungen für den weiteren Verlauf gibt. In der aktuellen Situation sei es nicht förderlich, über das Abbruch-Szenario zu spekulieren, so die Vereine in einer gemeinsamen Erklärung. „Es ergeben sich ja teils rechtlich schwerwiegende Fragen“, sagt 1860 Rosenheims Pessesprecher Nicolas Foltin. „Zum Beispiel, bei welchem Stand die Tabelle gewertet wird, wie wird der Aufstieg und der Abstieg geregelt, was passiert bei einer Annullierung? Jede Antwort wäre gerichtlich anfechtbar. Bei einer Abbruch-Variante gibt’s demnach die größten rechtlichen Hürden rund um Regress- und Schadenersatzansprüche.“ In England stellte die FA die Saison im Amateurfußball mit sofortige Wirkung ein, woraufhin zahlreiche Vereinen eine Initiative gründeten. „Das kann keiner wollen, auch wir Regionalligisten wollen das nicht. Stand jetzt sollten wir abwarten, bis die Staatsregierung das weitere Vorgehen klar regelt“, so Huber weiter.

Über die Zusammenarbeit mit dem BFV: „Der Austausch ist sehr transparent und sehr offen“

Einig sind sich die drei Regionalligisten auch über das Thema Geisterspiele, gegen die sie sich klar aussprechen. „Hier herrscht Einigkeit unter allen Vereinen der Regionalliga. Für die meisten Vereine sind die Einnahmen aus den Eintrittsgeldern und dem Catering überlebenswichtig“, sagt Rosenheims Foltin. „Hier zeigen sich auch die Zweitvertretungen der Proficlubs ausdrücklich solidarisch mit der Liga.“

Mit dem Krisenmanagement des BFV zeigen sich die Vereine zufrieden. Buchbachs Hanslmaier: „Der Austausch ist sehr transparent und sehr offen, wir werden hier mit auf die Reise genommen und diskutieren mit, suchen Lösungen für alle möglichen Szenarien.“ Regelmäßig tauschen sich die Clubs der Regionalliga per Videokonferenz mit der BFV-Spitze aus. „Wir diskutieren sehr respektvoll, offen und konstruktiv. Die Meinung der Regionalligisten spielt für den Verband eine wichtige Rolle“, so Rosenheims Foltin. „Die finale Entscheidung liegt allerdings beim Verband, der aber auch klar gesagt hat, dass es dazu eine möglichst breite Mehrheit aller Vereine in ganz Bayern braucht“, sagt Burghausen Huber abschließend.

Quelle: Beinschuss.de