Unser Sportliche Leiter Hans Kroneck im langen Exklusiv-Interview bei beinschuss.de – Teil 2

26 Jun

Hier der zweite Teil des Interviews unseres Sportlichen Leiters Hans Kroneck auf beinschuss.de. Teil 1 findet ihr in diesem Kanal weiter unten

Solche ein Szenario hat der Fußball noch nie erlebt: Wie hoch schätzen Sie sind die finanziellen Auswirkungen auf den Amateurfußball?

Kroneck: “Ich glaube die Amateurvereine tun sich hier etwas leichter. Auf dem Dorf sind keine Sponsoren sondern vor allem, wie ich bezeichne, Gönner des Vereins. Sie haben Bezug zum Klub, kennen Spieler. Hier herrscht mehr das Gemeinschaftsgefühl. Im oberen Bereich ist beim Sponsoring mehr Gegenleistung gefordert. Aber ich denke, wenn uns allen der Fußball am Herzen liegt, dann müssen wir alle Vereine, egal welcher Liga, respektieren und sollten solidarisch sein. Es geht hier nicht nur um die Regionalligisten sondern um den Fußball im Allgemeinen. Es darf nicht passieren, dass ein Verein in die Insolvenz gehen muss oder er nicht mehr wirtschaftlich geführt werden kann. Dann müssen Freundschaftsspiele mit höherklassigen Vereinen ausgetragen werden.

Besteht Ihrer Meinung nach die Gefahr, dass Jugendtrainer oder Schiedsrichter aufhören und es dadurch personelle Probleme geben könnte?

Kroneck: “Diese Gefahr schätze ich als sehr hoch ein. Die Schiedsrichter und Jugendtrainer sind das größte Gut was wir im bayerischen Amateurfußball haben. Ohne sie könnten wir alle nicht Fußball spielen. Die Jugendtrainer kümmern sich Woche für Woche um die Kinder, bringen ihr bestes Wissen auf den Platz und müssen sogar für die Kinder Psychologe sein. Dazu kommt noch die große Verantwortung die sie tragen. Und das für keinen einzigen Cent, dieses Ehrenamt wird mit Füßen getreten. Der Dorfverein und deren Jugendtrainer tragen viel dazu bei, dass es uns oder Wacker Burghausen oder den FC Bayern überhaupt gibt, denn beinahe alle Spieler haben in kleinen Vereinen das Fußballspielen begonnen. Und auch bei Schiedsrichtern herrscht denke ich ein großes Problem. Viele sind bereits älter, pfeifen bereits seit 30 Jahren. Nun merken sie, dass es zu Hause auch schön ist und sie nicht jedes Wochenende auf den Fußballplätzen zum Teil aufs Übelste beschimpft werden. Und dann könnten viele aufhören”

Was sollte der Amateurfußball Ihrer Meinung nach aus der Corona-Krise lernen?

Kroneck: “Wir müssen uns bewusst sein, dass wir zwei Aufträge im Fußball habe: Sportlicher Wettkampf und die soziale Verantwortung.Und hier ist der C-Klassist genauso wichtig wie der Regionalligist. Wir brauchen die unterklassigen Vereine. Dort müssen die Kinder gut aufgehoben sein und dort werden sie auch für die höheren Vereinen ausbildet. Und das muss auch den höherklassigen Vereinen bewusst sein. Beim Ehrenamt als Jugendtrainer sollte von der Politik mehr unterstützt werden. Allgemein sollte die Werte Achtung und Respekt vor den kleinen Vereinen wachsen.

Bedeutet das dann aus Ihrer Sicht mehr Solidarität unter den Vereinen?

Kroneck: “Ja! Die höherklassigen Klubs müssen die unten stärken. Der FC Bayern ist ein Paradebeispiel dafür, der mit seiner Spende an die Regional-und Bayernligisten ein Zeichen gesetzt hat. Aber diese Unterstützung muss nicht immer rein monetär sein. Wenn ein kleiner Verein fragt, ob ein Regionalligist zu einem Freundschaftsspiel im Rahmen eines Jubiläums kommen will, dann sollten wir nicht mit der A-Jugend auflaufen sondern mit den regionalen Stars. Da müssen wir alle vom hohen Ross runterkommen und das als Ehre ansehen. Wir müssen alle zusammen sehen, dass wir den bayerischen Fußball über Wasser halten, denn auf der Basis baut sich das ganze System bis zur Spitze auf.”

Kommen wir nun zum TSV 1860 Rosenheim: Wie habt ihr die Corona-Krise und die Aussetzung des Spielbetriebs überstanden? Gab es eine Phase, in der Sie dachten: “Wie sollen das noch weitergehen bzw wie stemmen wir das als Verein noch?”

Kroneck: “Nein das gab es gar nicht. Wir bereits früh mit unseren Partnern gesprochen und diese haben uns früh gesagt, dass wir in dieser schwierigen Zeit zusammen halten. Sie haben uns immer wieder gesagt, dass sie zum Verein stehen, solange es wirtschaftlich möglich ist. Da dies so war, konnten wir die Löhne unserer Spieler weiter bezahlen. Zudem hat uns unser Kooperationspartner Unterhaching großartig unterstützt. Uns war klar, dass wir nicht das Mega-Problem bekommen. Allerdings ist nicht abzuschätzen, ob die mittleren und kleineren Sponsoren uns durch die Folgen von Corona noch erhalten bleiben. Aber wir danken allen unseren Partner und Sponsoren für die großartige Unterstützung, sodass wir nicht wirtschaftlich krank aus dieser Zeit herauskommen.”

Die Spieler haben auch durch eine Spende etwas zurückgegeben. Wie stolz bist du auf die Mannschaft?

Kroneck: “Diese Aktion spiegelt unseren jahrelangen Zusammenhalt wieder. Wir haben immer versucht mit den spielen ehrlich und offen zu sprechen. Zudem wollten wir die Verträge erfüllen, da wir uns als Familie sehen. Dass die Mannschaft dann im Gegenzug dem Verein etwas zurückgibt, macht mich sehr stolz. Diese Aktion spricht für den Charakter des Teams.”

Die Mannschaft ist mittlerweile zurück aus der Sommerpause. Wann und wie geht es weiter?

Kroneck: “Die Mannschaft trainiert jetzt drei Wochen an einem von den Trainer und unserem Partner Hans Friedel ausgearbeiteten Trainingsplan. Danach beginnen wir mit der ersten Vorbereitungsphase. Dabei werden wir zwei Trainingseinheiten und ein Athletiktraining haben. Dies wird dann in den kommenden Wochen gesteigert und dann hoffen wir bald Freundschaftsspiele bestreiten zu können. Wir müssen athletisch und körperlich top fit aus dieser lange Pausen zurückkommen. Dies wird für jeden Verein schwierig und jeder wird dabei seinen eigenen Weg gehen.

Wie sieht derzeit die personelle Planung für den Re-Start aus?

Kroneck: “Wir können bis dato noch keine Verlängerungen, keinen Neuzugang, aber auch keinen Abgang vermelden. Nur bei den vier Hachingern spielen, werden zwei uns sicher verlassen, einer ist schwer verletzt und bei einem laufen die Gespräche noch. Bei denen war aber sicher, dass sie uns zum 30. Juni verlassen. Wir sind mit unserem Partner Unterhaching ab jetzt im Austausch ob und welche Spieler zu uns stoßen könnten. Zudem laufen die Grundplanungen auf Hochtouren, auch was Verlängerungen betrifft. Danach werden wir sehen, ob wir noch externe Spieler brauchen oder nicht. Das alles wird sich in den nächsten ein bis zwei Wochen herauskristallisieren. Aber ich mache mir keine Sorgen, dass wir keinen guten Kader für den Re-Start haben.

Das Thema Sommer-Transfers wurde durch den Verband geregelt. Haben Sie die Sorge, dass Sie einige Vertragsamateure im Sommer verlassen?

Kroneck: “Nein wir sind da nicht in der Schwebe. Das Grundgerüst des Kaders hat noch einen Vertrag über den Sommer hinaus und bei 80 Prozent der Spieler stehen wir in besten Gesprächen. Hier ist es nur noch eine Frage der Zeit. Außerdem haben wir noch unseren Kooperationspartner, der uns Spieler abgeben kann. Wir sind dadurch nicht blockiert und müssen nicht nervös werden.”

Sie sind mit zahlreichen Jugendteams aufgestiegen oder haben den Klassenerhalt erreicht. Was bedeutet  dieser Erfolg für den Verein im Jugendbereich?

Kroneck: “Wir sind mit der U13 Meister geworden vor dem FC Bayern München. Das ist schon eine Hausnummer. Unsere Jugendarbeit ist uns allen sehr wichtig. Ich möchte ihr explizit Andreas Kubik danken, der seit nun drei Jahren bei uns ist. Er hat das hier super aufgebaut, das kann man besser nicht machen. Dass wir mit den Teams jetzt da stehen wo wir sind, ist ein riesen Verdienst von ihm. Wir können sehr stolz auf unsere Jugendabteilung sein und wollen diese noch mehr ausbauen.”

Unser Sportliche Leiter Hans Kroneck im langen Exklusiv-Interview bei beinschuss.de – Teil 1

26 Jun

Das regionale Fußballportal beinschuss.de hat nachgefragt bei unserem Sportlichen Leiter Hans Kroneck wo wir gerade stehen und wie die nächsten Schritte nach der Corona-Krise sind

Der TSV 1860 Rosenheim befindet sich mitten im Abstiegskampf in der Regionalliga Bayern, wo wie in allen anderen bayerischen Amateurligen ab dem 1. September die Saison fortgesetzt werden soll. Auch der TSV hat sich letztlich für eine Fortsetzung gestimmt. Im ersten Teil des Exklusiv-Interviews mit Hans Kroneck, Sportlicher Leiter des Regionalligsten, sprechen wir über den Entscheidungsprozess in der Regionalliga, den geplanten Ligapokal und welche Auswirkungen die Corona-Krise haben wird. Im zweiten Teil, der am Freitag erscheinen wird, erzählt Kroneck, warum die Sechzger die Corona-Krise bislang gut überstanden haben und wie die personelle Lage derzeit aussieht.

Hallo Herr Kroneck. Danke, dass Sie sich Zeit für das Interview genommen haben. Die Entscheidung ist nun gefallen und die Saison 2019/20 in der Regionalliga Bayern wird fortgesetzt. Stand für euch auch ein Abbruch zur Debatte?

Kroneck: “Ja. Zu Beginn der Aussetzung des Spielbetriebes in Folge der Corona-Krise haben wir uns pro Abbruch positioniert. Zu diesem Zeitpunkt war aber Corona tief in den Köpfen von uns allen und ein Ende war nicht in Sicht. Nun aber ist die Situation anders. Es wird von Woche zu Woche mehr gelockert und nun sieht es danach aus, dass wir im Herbst wieder spielen können. Das war zuvor nicht absehbar.”

Welche Gründe sprachen dafür, dass ihr am Ende doch für die Fortsetzung gestimmt habt?

Kroneck: “Ausschlaggebend waren verbandspolitische Gründe. Wir hätten für einen Abbruch einen Acht-Punkte-Plan erfüllen müssen. Dieser sah vor, dass eine Aufstockung der Liga auf 20 Teams stattgefunden hätte und wir die Saison von 1. September bis 1. Mai hätten spielen müssen. Dabei wären elf englische Wochen vorgesehen gewesen, dies ist aber aus unserer Sicht im semiprofessionellen Bereich sowohl für die Spieler, die sich hätten extra Urlaub nehmen müssen, als auch deren Arbeitgeber nicht darstellbar.”

Ihr steckt mitten Abstiegskampf: Wäre ein Abbruch ohne Absteiger deshalb für euch nicht die bessere Lösung gewesen?

Kroneck: “Natürlich wäre diese Option aus sportlicher und tabellarischer Sicht besser gewesen. Aber wir alle sind Sportler und ein Nichtabstieg auf diesem Weg wäre nicht im Sinne des Sports gewesen. Um es klar zu sagen: Wir wollen den Klassenerhalt nicht am grünen Tisch erreichen sondern sportlich und dafür haben wir noch genügend Möglichkeiten. Zudem kann uns keiner garantieren, dass wir nicht in der kommenden Saison abgestiegen wären.Wir sind ein leistungsorientierter Verein und dabei sollte man nicht nur auf sich selbst schauen, sondern auch auf die anderen Vereine. Am Ende sollte alles fair ablaufen.”

Aufgrund von Aussagen der SpVgg Bayreuth konnte man den Eindruck gewinnen, dass es Streit unter den Vereinen gab. Wie war während der Debatte das Klima unter den Regionalligisten? Und wie bewerten Sie das Krisenmanagement des BFV?

Kroneck: “In allen Video-Calls gab es keinen Streit oder Konflikten zwischen den Klubs. Auch nicht mit Bayreuth. Alle waren an einer gemeinsamen Lösung, mit der am Ende alle leben können, interessiert. Das Krisenmanagement des Verbandes betrachte ich als gut. Für den BFV ist die Situation völlig neu und er muss allen bayerischen Vereinen gerecht werden. Das macht es umso schwieriger für alle eine zufriedenstellende Lösung zu finden. Viele wissen nicht, welche Konsequenzen die Entscheidungen am Ende haben. Es geht hierbei auch nicht nur um Bayernliga oder Regionalliga, sondern der Verband muss hier das große Ganze im Blick behalten. Eine Masterplan wird es nicht geben.”

Während 19 von 21 Landesverbänden die Saison abbrechen, geht nur Bayern und Thüringen den Sonderweg Fortsetzung. Wird man erst im Frühjahr sehen welcher Weg der richtige war?

Kroneck: “Meiner Meinung nach ja! Die Regionalliga Nord spielt aufgrund des Abbruchs kommende Saison mit 22 Mannschaften. Das sind dann 42 Spieltage, die in neun Monaten absolviert werden müssen. Aber man muss das auch anders bewerten, da im Norden die Fallzahlen geringer waren als bei uns in Bayern. Es bleibt dennoch die Möglichkeit, dass eine zweite Corona-Welle folgt und was machen wir dann? Deshalb wird sich im Frühjahr 2021 zeigen, welcher Weg der richtige war. Aber mit der aktuellen Lösung können alle bayerischen Vereine mit der Saison 2021/22 wieder normal starten.

Ein Ligapokal unter den Regionalligisten steht im Raum: Wäre das aus Ihrer Sicht eine interessante Option? Braucht es für die Regionalligisten aus Sponsoren Sicht ein sportlich attraktives Ersatzprogramm?

Kroneck: “Ich denke der Ligapokal wird kommen, wie der Wettbewerb allerdings am Ende aussehen wird, wird derzeit noch erarbeitet. Hier sind aber sowohl der Verband als auch die Vereine beteiligt. Für uns sind generell viele Spieltage wichtig. So wie es derzeit aussieht haben wir mit Pokal und Liga am Ende 22. Spieltage, das ist eine gute Anzahl. Man muss hier auch die Sponsoren Sicht sehen, die bereits für zwei Saison bezahlt haben, aber am Ende nur eine Spielzeit dafür bekommen. Zudem sind viele Vereine auch auf die Zuschauereinnahmen angewiesen. Ob der Pokal am Ende attraktiv sein wird, hängt von der Vermarktung ab.”

Wenn man jetzt die Spielerseite betrachtet. Besteht nicht die Gefahr, dass durch acht Spieltage im Herbst und dann wieder drei Spieltage + Relegation im Frühjahr die Spieler die Spannung und Motivation nicht hochhalten können?

Kroneck: “Alle haben die gleichen Voraussetzungen, egal ob es am Ende um den Auf- oder Abstieg geht. Meiner Meinung nach herrscht für alle Vereine die gleiche Situation und deshalb ist die Chancengleichheit gegeben.”

Nachdem die Entscheidung in der Regionalliga gefallen ist, gab der Verband bekannt, dass die Saison 2020/21 komplett in ganz Bayern entfällt. War diese Entscheidung unausweichlich und die richtige?

Kroneck: “Für mich persönlich schwer zu bewerten, da ich nicht jedem Verein drinstecke. Aber von Bayernliga bis zur C-Klasse haben damals Zwei Drittel aller Klubs für die Fortsetzung gestimmt. Dies muss ja einen Sinn haben, deshalb gehe ich davon aus, dass dies auch für die Vereine die richtige Lösung ist. Jeder sollte sich hinterfragen, denn häufig stimmen die Vereine jetzt für einen Abbruch, die auf einem Abstiegsplatz stehen. Derjenige der Fünfter ist beispielsweise sagt: egal spielen wir fertig. Wir müssen aufpassen, dass wir nicht nur eigenen Interessen vertreten sondern alles im Gesamten im Blick haben. Klar ist, den einen Königsweg wird es nicht geben.”

Wie gehts weiter im Jugendbereich? Saison wird abgebrochen!

8 Jun

Der Vorstand des Bayerischen Fußball-Verbandes (BFV) hat beschlossen, die laufende und aktuell ausgesetzte Saison 2019/20 bei den Junioren abzubrechen und bei den Juniorinnen ab dem 1. September – wenn durch staatliche Vorgaben möglich – analog des Spielbetriebs bei den Herren und Frauen fortzusetzen. Der BFV-Vorstand folgt damit dem Vorschlag der Lösungs-Arbeitsgruppe (LAG) Spielbetrieb Liga und Pokal Junioren und Juniorinnen. Diese hatte sich aufgrund der Komplexität in die separaten Untergruppe Junioren und Juniorinnen unterteilt. Bei den Junioren werden die Abschlusstabellen auf Basis einer Quotientenregelung gebildet: Die bestplatzierte aufstiegsberechtigte Mannschaft und das auf einem Aufstiegsrelegationsplatz stehende Team steigen auf. Absteiger soll es nur dann geben, wenn Teams in der laufenden Saison bis dato punktlos geblieben sind.Diese für Junioren und Juniorinnen unterschiedlichen LAG-Empfehlungen sind auf die zum Teil großen Unterschiede im Spielbetrieb der Junioren und Juniorinnen zurückzuführen. Deshalb wurden bereits kurz nach den ersten Konferenzen der LAG Spielbetrieb Liga und Pokal Junioren und Juniorinnen zwei Untergruppen gebildet, die sich explizit mit dem Spielbetrieb bei den Jungen und Mädchen auseinandergesetzt haben. In beiden Untergruppen erarbeiteten Vereinsvertreter*innen aus ganz Bayern und unterschiedlichen Spiel- und Altersklassen zusammen mit den BFV-Experten die Vorschläge.

Abbruch bei Junioren: Überraschend nur auf den ersten Blick
„Dass wir bei den Junioren zu dem Ergebnis kommen, die laufende Spielzeit abzubrechen, während bei den Erwachsenen und den Juniorinnen die Saison zu Ende gespielt wird, mag auf den ersten Blick überraschen. Wer sich allerdings ein bisschen intensiver mit dem Junioren-Spielbetrieb in Bayern auseinandersetzt, stellt ganz schnell fest, dass wir bei den Junioren über vollkommen andere Rahmenbedingungen sprechen als beispielsweise bei den Herren. Das fängt damit an, dass bei den Junioren über die Hälfte der 14.100 Mannschaften im C- bis F-Juniorenbereich im nicht-aufstiegsberechtigten Spielbetrieb und damit im reinen Breitensport aktiv ist. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die gezielte und jahrgangsübergreifend verzahnte Talentförderung. Zugleich müssen die uneinheitlichen Spielklassen- sowie die unterschiedlichen Ligen-Strukturen auf Kreis-, Bezirks- und Verbandsebene Berücksichtigung finden“, erklärt Verbands-Jugendleiter Florian Weißmann, der seine Expertise in die LAG-Untergruppe Junioren einbrachte.

FCN-Talente und Junglöwen steigen in Junioren-Bundesligen auf
Fest steht nun, dass entsprechend des Beschlusses beim Außerordentlichen DFB-Bundestag am 25. Mai 2020 die U19-Talente des 1. FC Nürnberg als aktuell Erstplatzierte aus der U19-Bayernliga in die U19-Bundesliga aufsteigen. Gleiches gilt für den U17-Nachwuchs des TSV 1860 München. Hoffnung machen dürfen sich auch die U17-Juniorinnen des TSV Schwaben Augsburg. Allerdings ist hier der Bundesliga-Aufstieg noch von einer möglichen Vereinsfusion in Frankfurt abhängig.

Juniorinnen: Soziale Komponente für Vereine ausschlaggebend
Bei den Juniorinnen spielt indes anderer gewichtiger Faktor eine extrem große Rolle, der klar gegen einen Abbruch spricht. „Das Thema ‚Bindung‘ der Spielerinnen hat bei den Juniorinnen für die Vereine ein viel größeres Gewicht, als bei den Erwachsenen oder Junioren. Das liegt nicht nur daran, dass wir viel weniger Juniorinnen im Spielbetrieb haben als bei den Junioren. Für das Gros der Mädchen spielt trotz allem sportlichen Ehrgeiz die soziale Komponente eine immense Rolle. Das gemeinsame Spiel in einer gewachsenen Mannschaft steht oft über dem Leistungsgedanken. Von Beginn an war für die Vereinsvertreter eine der größten Sorgen, bei einem Saisonabbruch und dem darauf folgenden Umbruch vor dem Saisonneustart massiv Spielerinnen zu verlieren und womöglich gar keine Mannschaft mehr stellen zu können“, erklärt Sandra Hofmann, die als Vorsitzende des Verbands-Frauen- und Mädchenausschusses in der Untergruppe Juniorinnen mitarbeitete.

BFV bietet Vereinen umfangreichen Service
In den nach Junioren und Juniorinnen aufgegliederten Frage-Antwort-Katalogen (FAQ) zum LAG-Vorschlag sind diese Fragestellungen und Gründe auf www.bfv.denoch einmal detailliert dargestellt. Ebenso die möglichen Szenarien der Junioren-Saison 2020/21. Für Rückfragen ist die LAG „Spielbetrieb Liga und Pokal Junioren/Juniorinnen“ entsprechend der Aufgliederung unter zwei Mailadressen erreichbar: lag-junioren@bfv.de für den Themenkomplex Junioren und lag-juniorinnen@bfv.de für den Themenkomplex Juniorinnen. Zudem gibt es in den kommenden Tagen auch eine Vielzahl an Info-Webinaren für alle interessierten Vereinsvertreter.

„Alle Szenarien durchgespielt, um den besten Vorschlag zu finden“
Einer der Vereinsvertreter in der LAG-Untergruppe Junioren ist Björn Dziallach, Leiter der Organisation Jugend und U16-Juniorentrainer beim SV Viktoria Aschaffenburg. „Bei der Entscheidungsfindung war es wichtig, zunächst alle Aspekte aus den unterschiedlichen Bereichen zusammenzutragen. Danach haben wir alle Szenarien durchgespielt, um den besten Vorschlag zu finden. Jeder Teilnehmer hat dabei seine Sicht dargelegt. Es war immer ein sehr interessanter Austausch, da wir verschiedene Sichtweisen erfahren haben. Der erarbeitete Vorschlag berücksichtigt die bisher erbrachten Leistungen der Mannschaften, schafft aber durch die aktuelle Situation auch die nötige Flexibilität und Klarheit. Der Hauptgrund, wieso eine gegenläufige Entscheidung zu den Herren getroffen wurde, ist aus meiner Sicht, dass wir nach wie vor für die Ausbildung der Jugendspieler zuständig sind. Alle anderen Szenarien würden meiner Meinung nach die Ausbildung gefährden bzw. beeinträchtigen“, erklärt Dziallach (alle Stimmen der Vereinsvertreter in der LAG Junioren finden Sie unten).Yvonne Hemmerich, Juniorinnen-Leiterin bei der unterfränkischen SpVgg Adelsberg, blickt trotz anfänglicher Skepsis und eines mulmigen Gefühls nun ebenfalls optimistisch in Zukunft: „Ich bin mir sicher, dass wir in den nächsten Treffen gute Lösungsvorschläge zur Fortsetzung des Spielbetriebs ausarbeiten werden, egal ob im Kleinfeld- oder Großfeldbereich. Die Ideen zur ‚Überbrückung der Wartezeit‘ bis zur nächsten Spielrunde sind von allen Beteiligten wirklich gut und lassen sich sicher sauber umsetzen! Ich freue mich auf unser nächstes ‚Meeting‘.“

Die LAG-Teilnehmer „Untergruppe Junioren“ im Überblick
Manfred Paula (Vertreter DFB-Nachwuchsleistungszentren (DFB-NLZ), Leiter NLZ TSV 1860 München), Björn Dziallach (Vertreter Verbandsligisten & BFV-Nachwuchsleistungszentren (BFV-NLZ), Leiter Organisation Jugend SV Viktoria Aschaffenburg), Michael Heckner (Vertreter Bezirksebene, Jugendleiter FC Ergolding, Niederbayern), Thilo Kreier (Vertreter Kreisebene (Vereine mit Spielgemeinschaft), Jugendleiter TSV 1862 Blaichach, Schwaben), Norbert Reiner (Vertreter Kreisebene (selbstständige Vereine), Jugendleiter SV Schwaig b. Nürnberg, Mittelfranken), Florian Weißmann (Verbands-Jugendleiter), Karl Helmberger (Spielleiter, Mitglied Verbands-Jugendausschuss), Joachim Fuchs (Bezirks-Jugendleiter Oberbayern), Thomas Fuchsstadt (Kreis-Jugendleiter Hof/Marktredwitz), Felix Brych (BFV-Abteilungsleiter Talente & Schiedsrichter), Christian Fuchs (BFV-Jugendabteilung).

Die LAG-Teilnehmer „Untergruppe Juniorinnen“ im Überblick
Lisa Büdinger (Trainerin U17-Juniorinnen TSV Theuern, Oberpfalz, Bayernliga), Hans-Jürgen Lukschanderl (Juniorinnenleiter FC Forstern, Oberbayern, Landesliga), Michael Hertle (Trainer U17-Juniorinnen SpVgg Deiningen, Schwaben, Bezirksoberliga), Paul Kilger (Trainer U17-Juniorinnen SV Geiersthal, Niederbayern, Bezirksoberliga), Marcus Baumann (Trainer U17-Juniorinnen SV Mosbach, Mittelfranken, U17-Kleinfeld), Elmar Schmitt (Juniorinnenleiter TSG 2005 Bamberg, Oberfranken, U15-Kleinfeld), Yvonne Hemmerich (Juniorinnenleiterin SpVgg Adelsberg, Unterfranken, U13-Kleinfeld), Sandra Hofmann (Vorsitzende Verbands-Frauen- und Mädchenausschuss), Mareike Eder (Vertreterin Verbandsligen, Beisitzerin Verbands-Frauen- und Mädchenausschuss), Georg Müllner (Vertreter Bezirksoberligen, Kreisbeauftragter Frauen- und Mädchenfußball Amberg/Weiden), Yvonne Söser (Vertreterin Großfeld, Kreisbeauftragte Frauen- und Mädchenfußball Aschaffenburg), Manuela Riedleder (Vertreterin Kleinfeld, Kreisbeauftragte Frauen- und Mädchenfußball München).

Stimmen der Vereinsvertreter aus der „Untergruppe Juniorinnen“
Paul Kilger (Trainer U17-Juniorinnen SV Geiersthal, Niederbayern, Bezirksoberliga): „Die Arbeit in der LAG ist sehr interessant, da man direkt bei wichtigen Entscheidungen miteinbezogen wird und Kontakt mit Vertretern aus anderen Bezirken hat. Die bisherigen Endscheidungen sind meiner Meinung nach richtig. Die Entscheidung, die Saison 2019/20 fertig zu spielen, ist aus meiner Sicht die fairste, da die bisherigen Leistungen honoriert werden und die Saison auf sportlichem Wege zu Ende geführt wird.“
Elmar Schmitt (Juniorinnenleiter TSG 2005 Bamberg, Oberfranken, U15-Kleinfeld): „Es hat mir sehr viel Spaß gemacht, in der Gruppe mitzuarbeiten. Wir waren uns ja alle ziemlich einig. Auch war es sehr interessant, mal was über die anderen Kreise zu erfahren. Ich stehe fest hinter der Entscheidung, die Saison fortzusetzen.“
Marcus Baumann (Trainer U17-Juniorinnen SV Mosbach, Mittelfranken, U17-Kleinfeld): „Ich finde es positiv, dass der BFV aktiv auf die Vereinsvertreter der Juniorinnen in Bayern zugekommen ist, um gemeinsam eine zielführende Lösung zu erarbeiten. Dies empfinde ich als Wertschätzung gegenüber den Vereinen. Jeder Mitwirkende im Ausschuss brachte ganz unverbindlich seine Ideen mit ein, über die dann diskutiert wurden. Die Entscheidung, die Saison fortzusetzen, ist ganz in meinem Sinne, schließlich wirbt man beim Fußball immer mit dem Slogan ‚Fair Play‘. Diese Eigenschaft wird bei einer Fortsetzung der Saison – unabhängig davon, wann es tatsächlich weitergeht – am meisten gespiegelt. Das begonnene Spieljahr wird sauber zu Ende gespielt, bereits erzielte Ergebnisse gewertet und Diskussionen über Auf-/Abstieg sowie Meisterschaften vermieden. Es hat mich gefreut, bei der Entscheidungsfindung mitwirken zu dürfen und hoffe nun, dass wir alle zeitnah unserem Hobby Fußball alle wieder auf dem Sportgelände nachgehen können – natürlich mit der Devise, dass die Gesundheit weiterhin absolute Priorität hat.“
Michael Hertle (Trainer U17-Juniorinnen SpVgg Deiningen, Schwaben, Bezirksoberliga): „Ich fand die Zusammensetzung der LAG herausragend. Die Mitarbeiter kamen aus allen Bereichen des Frauen- und Mädchenfußballs in Bayern. Abteilungsleiterinnen, Spielgruppenleiter, Verbandsmitarbeiterinnen, Trainer. Das war ein echtes ‚Menschen von der Basis für die Basis‘-Gefühl.“
Yvonne Hemmerich (Juniorinnenleiterin SpVgg Adelsberg, Unterfranken, U13-Kleinfeld): „Ich bin mir sicher, dass wir in den nächsten Treffen gute Lösungsvorschläge zur Fortsetzung des Spielbetriebs ausarbeiten werden, egal ob im Kleinfeld- oder Großfeldbereich. Die Ideen zur ‚Überbrückung der Wartezeit‘ bis zur nächsten Spielrunde sind von allen Beteiligten wirklich gut und lassen sich sicher sauber umsetzen! Ich freue mich auf unser nächstes ‚Meeting‘.“

Stimmen der Vereinsvertreter aus der „Untergruppe Junioren“
Björn Dziallach (Vertreter Verbandsligisten & BFV-Nachwuchsleistungszentren (BFV-NLZ), Leiter Organisation Jugend SV Viktoria Aschaffenburg): „Bei der Entscheidungsfindung war es wichtig, zunächst alle Aspekte aus den unterschiedlichen Bereichen zusammenzutragen. Danach haben wir alle Szenarien durchgespielt, um den besten Vorschlag zu finden. Jeder Teilnehmer hat dabei seine Sicht dargelegt. Es war immer ein sehr interessanter Austausch, da wir verschiedene Sichtweise erfahren haben. Der erarbeitete Vorschlag berücksichtigt die bisher erbrachten Leistungen der Mannschaften, schafft aber durch die aktuelle Situation auch die nötige Flexibilität und Klarheit. Der Hauptgrund, wieso eine gegenläufige Entscheidung zu den Herren getroffen wurde, ist aus meiner Sicht, dass wir nach wie vor für die Ausbildung der Jugendspieler zuständig sind. Alle anderen Szenarien würden meiner Meinung nach die Ausbildung gefährden bzw. beeinträchtigen“

Manfred Paula (Vertreter DFB-Nachwuchsleistungszentren (DFB-NLZ), Leiter NLZ TSV 1860 München): „Meine Wahrnehmung der gemeinsamen Sitzungen war, dass trotz durchaus unterschiedlicher Interessenslagen der LAG-Mitglieder der Diskussionsprozess von dem Bestreben getragen war, eine Lösung für den Nachwuchsfußball in Bayern zu finden, mit der alle Seiten konform gehen konnten. In dem Wissen, dass es in dieser außergewöhnlichen Situation keinen Königsweg geben kann, wurde auf Basis der vonseiten des Verbands hervorragend vor- und aufbereiteten Informationen sehr konstruktiv diskutiert und ein aus meiner Sicht sehr guter Konsens gefunden, der den besonderen Anforderungen im Nachwuchsbereich gerecht wird. Im Mittelpunkt stand für die Kollegen und mich immer der Ansatz, dass es für den Nachwuchsfußball an erster Stelle um den Ausbildungsgedanken und weniger um finanzielle Themen oder Ambitionen im Wettbewerb geht. Insofern ist es richtig, dass der Lösungsvorschlag der LAG ‚Spielbetrieb Junioren‘ einen anderen Weg als im Herrenbereich vorsieht. Mein Dank gilt dem Verband für die frühzeitige und konsequente Einbindung der Vereine in den Lösungsfindungsprozess und den Vereinskollegen für die offene und kollegiale Diskussion in der Runde.“
Michael Heckner (Vertreter Bezirksebene, Jugendleiter FC Ergolding, Niederbayern): „Trotz der unterschiedlichen Interessen der Mitarbeiter der Arbeitsgruppe war die Zusammenarbeit immer konstruktiv und zielstrebig. Alle Teilnehmer und Meinungen wurden eingebunden. Jeder konnte seine Befürchtungen äußern, aber vor allem bei der Lösungsfindung seine Ideen und Vorschläge einbringen.“

Thilo Kreier (Vertreter Kreisebene (Vereine mit Spielgemeinschaft), Jugendleiter TSV 1862 Blaichach, Schwaben): „Jetzt können wir Vereine die neue Saison sicher planen. Ich freue mich, dass wir mit der Arbeitsgruppe eine Abbruch-Lösung vorschlagen konnten, die aus meiner Sicht nur Sieger und keine Verlierer hat. Die Meldeligen machen nicht nur in Corona-Zeiten Sinn, sondern wären gerade in den unteren Spielklassen auch für die Zukunft eine gute Option, um bei den Jugendteams den Fokus noch besser auf eine leistungsgerechte Ausbildung zu legen. Wer einen guten Jahrgang hat, der soll mit diesen Jungs auch in der passenden Liga spielen können!“

Norbert Reiner (Vertreter Kreisebene (selbstständige Vereine), Jugendleiter SV Schwaig b. Nürnberg, Mittelfranken): „Von Anfang an konnten wir in einer sehr guten Atmosphäre auf einer sehr gut vorbereiteten Arbeitsgrundlage den ‚Themen-Katalog‘ angehen und die vielen Punkte kontrovers, aber stets konstruktiv diskutieren und bewerten. Dabei hat natürlich jeder seine Vereinsinteressen eingebracht, aber auch jeder war bereit, eine gemeinsame und einheitliche Lösung zu finden. Unser Ziel war, eine gute Lösung zu finden. Und das haben wir, denke ich, auch erreicht. Am Ende kann man nur hoffen, dass alle Vereine das Konzept mittragen, wir aus den endlosen Diskussionen endlich herauskommen und unseren Fokus letztendlich nur noch auf den Spielbetrieb bei den Junioren legen können.“

60er Fans aufgepasst – holt euch euer Solidaritätspaket

8 Jun

Die Spiele im heimischen Fußball ruhen noch bis Anfang September. Die Corona-Zeit bringt Herausforderungen nicht nur für die Wirtschaft sondern auch für die Fußballvereine.

Gemeinsam mit ihren großartigen Partnern haben sich die 60er eine Solidaritätsaktion ausgedacht – von der alle Seiten profitieren können – der Verein, seine Partner und vor allem alle diejenigen, die sich ein Paket holen. In den Paketen erhalten sie wertvolle Gutscheine der Partner und dazu gibt’s jeweils 2 Tickets für ein Heimspiel der Sechzger (je nach Paket VIP-Ticket oder Sitzplatz) – mitmachen lohnt sich!

Ein großes Dankeschön von Vereinsseite geht an die beteiligten Partner druck24-bayern.de, COROX Therapie- und Trainingszentrum Hans Friedl, Reiseservice Sacco, Camba Bavaria, Adlmaier for Men, Vinothek Hacker, Rübwerbung, Allianz Frank Teschner, Bäckerei Konditorei Café Schiedermeier, Jack & Jones Rosenheim, die Bayerische.

So wird’s gemacht:

Die Spieler und Vereinsverantwortliche liefen Ihnen ihr Paket frei Haus (innerhalb des Landkreis Rosenheim) und sie zahlen bequem per Rechnung.

Behalten sie die Angebote im Blick, die Pakete werden immer wieder aktualisiert (so lange der Vorrat reicht).

Unterstützen sie so den TSV 1860 Rosenheim und seine Partner, denn gemeinsam sind wir stark.