Sechziger feiern 1:0-Erfolg gegen Aufsteiger TSV Rain

24 Jul

Zweites Heimspiel, zweiter Heimsieg: Bis der 1:0 (1:0)-Erfolg gegen Aufsteiger TSV Rain/Lech am Dienstagabend jedoch unter Dach und Fach war, durchlebten der TSV 1860 Rosenheim und die Mehrzahl der 430 Fans im Jahnstadion eine emotionale Achterbahnfahrt.

Die ersten rund 25 Minuten gehörten den Gastgebern. Die erste wirklich nennenswerte Torchance hatte Laurin Demolli, der sich nach 14 Minuten klasse durchsetzte und dann knapp über den Kasten schoss (14.). Zwei Minuten später war die Führung fällig, als die Kugel nach einem Klassespielzug über Max Mayerl und Danijel Majdancevic zu Luftetar Mushkolaj gelangte, der aus halblinker Position überlegt und flach ins lange Eck traf (16.).

Auf der Gegenseite wurde eine Freistoßflanke vom spielenden Co-Trainer der Gäste, Johannes Müller, in höchster Not geklärt (22.), ehe eine Szene aus der 27. Minute den Spielcharakter unwiderruflich veränderte. Rains Kapitän Fabian Triebel stieg an der Seitenlinie mit gestreckten Beinen hart gegen Majdancevic ein und bekam dafür von Schiedsrichter Thomas Berg (Landshut) die Rote Karte unter die Nase gehalten.

„Eine unfassbare Fehlentscheidung“, schimpfte Gästecoach Alexander Käs hinterher, dessen Team sich in der Folge bis zur Pause weit zurückzog. Yanick Tobias (29.) und Korbinian Linner (45.+3) aus spitzem Winkel hatten noch den zweiten Rosenheimer Treffer auf dem Fuß – genau wie Mushkolaj fünf Minuten nach Wiederbeginn, als er in Rücklage geriet und aus fünf Metern übers quasi leere Tor schoss (50.).

In der zweiten Halbzeit mussten sich die 60er-Fans nicht nur in dieser Szene die Haare raufen. Rain hatte taktisch umgestellt und lief trotz Unterzahl nun wesentlich früher an, was den Sechzigern zunächst gehörige Probleme bereitete. Einmal war auch richtig Dusel dabei, als der Freistoß von Müller ans Lattenkreuz krachte (52.)

Dennoch gab es immer wieder dicke Konterchancen für die Kasparetti-Elf, wobei die Rosenheimer teilweise zu dritt fast „blank“ auf Maschke zuliefen, aber das Kunststück fertigbrachten, vier, fünf beste Gelegenheiten zur Entscheidung auszulassen. In einer hektischen Schlussphase wäre dies fast noch bestraft worden. Doch Alexis Fambo grätschte Maximilian Käser in allerletzter Sekunde ab (89.) und Keeper Marius Herzig parierte in der vierten Minute der Nachspielzeit gegen Dominic Robinson geradezu sensationell und hielt damit den Dreier fest.

„Die Rote Karte hat den Spielverlauf natürlich maßgeblich beeinflusst. Dennoch konnten wir Rosenheim mit unserem Pressing zu Beginn der zweiten Halbzeit zunächst überraschen“, meinte Käs. Sein Kollege Thomas Kasparetti analysierte: „Ich finde, für die Zuschauer war es ein überragendes Spiel mit vielen Emotionen. In der ersten Halbzeit haben wir es gut gemacht, nach der Pause hatten wir große Probleme mit den Tempowechseln von Rain. Dennoch hätten wir weitere Tore machen müssen.“

 

Das Spiel in der Statistik:

TSV 1860 Rosenheim – TSV Rain/Lech 1:0 (1:0)

TSV 1860 Rosenheim: Herzig – Fambo, Wallner, Lenz – Mayerl (69. Köhler), Moser, Tobias (80. Albrich), Linner – Demolli (61. Neumeier) – Majdancevic, Mushkolaj – Trainer: Kasparetti.

TSV Rain/Lech: Maschke – Götz, Bauer, Triebel, Bobinger – Cosic (75. Käser), Schröder, J. Müller, Knötzinger – Greppmair (46. Robinson), Dannemann (75. Kurtishaj) – Trainer: Käs.

Schiedsrichter: Berg (Landshut).

Tor: 1:0 (16.) Mushkolaj.

Gelb: Albrich / Greppmair, Robinson.

Rot: – / Triebel (27./grobes Foulspiel).

Zuschauer: 430.

Bes. Vorkommnisse: keine.